Herbstlicher Sonnenschein und sonnige Farben…

Wie schön das wir noch so traumhaftes Wetter haben. So konnte ich meine Schneiderpuppe ins Auto packen und die Tücher dazu und zu meiner Freundin fahren um bei ihr im Garten nochmal Bilder von meinen Tüchern zu machen.

Heute möchte ich euch wieder zwei Tücher nach Anleitung von Jasmin Räsänan zeigen:

Tuch #1 ist eine etwas abgewandelte Form des Tuches „Dimholt“  . Ich habe allerdings nur einen Mustersatz aus der Anleitung genommen und das Tuch nicht dreieckig sondern asymmetrisch gearbeitet.

Verarbeitet ist ein dreifädiger 1000m Bobbel von Mausibengels Bobbelkiste mit dem Namen „Hexentanz“. Gearbeitet habe ich mit Nadelstärke 3. Nach dem Waschen und Spannen hat das Tuch die Maße 162 x 106 cm.

Tuch #2 ist das „Minai“

Dieses Tuch ist letztes Jahr in einem CAL (crochet along) entstanden. Gearbeitet ist es aus einem Scheepjes Whirl „Fruty ´o´ Tutty“ (60% Cotton und 40%Acryl) mit 1000m Lauflänge. Gearbeitet mit Nadelstärke 3,5 hat es eine Größe von 148 x 67 cm.

Diesen Herbst geht nichts ohne das „Talvi“ !

Noch einen Tag bis zur Infa.Kreativ und ich freue mich wie ein kleines Kind 🙂

Heute möchte ich euch das Tuch „Talvi“ von Jasmin  zeigen:

Ich glaube es war im Juni als Jasmin auf ihrer FB-Seite „Morben Design – Die Gruppe“ die Anleitung für das „Talvi“ vorstellte. Und dann dauerte es nicht lange und die ersten Talvis wurden in der Gruppe präsentiert.

Das Talvi ist ein sehr einfaches Muster das gut für Anfänger*innen geeignet ist. Man sollte vordere und hintere Reliefstäbchen, Stäbchen und Luftmaschen häkeln können und dann kann es auch schon losgehen. Das Muster ist schnell gemerkt und ich finde es total entspannend dieses Muster zu häkeln. Durch die vielen Reliefstäbchen wird das Tuch etwas dickerer und fluffiger als bei „normalem“ Häkelmuster.

Bei einer kleinen Umfrage die vor kurzem in der Morben-Design Gruppe gemacht worden ist stellte sich heraus das es jetzt schon über 1140 fertige Tücher gibt und über 1150 Tücher kurz vor der Fertigstellung sind. Ich finde das ist schon eine beachtliche Zahl wenn man bedenkt das die Anleitung noch nicht so lange online ist.

Auch für mich hat das „Talvi“ einen enormen Suchtfaktor – wie an den Bildern zu sehen ist,sind in den letzten Wochen drei Tücher entstanden. Das vierte ist auch schon in Arbeit….

Talvi #1 ist gearbeitet aus einem Scheepjes Whirl in der Farbe „Lavenderlicious“ (60% Cotton und  40%Acrylic) Lauflänge 1000 und Nadelstärke 4.

Das Tuch ist 170 x 67 cm groß

Talvi #2 ist aus einem Bobbel von Mausibengels Bobbelkiste „Jubiläumsbobbel Nr.4“ (50% Baumwolle und 50% Polyacyl) hat auch 1000m Lauflänge und ist mit Nadelstärke 4,5 gearbeitet.

Das Tuch hat die Maße 162 x 44 cm

Talvi #3 ist aus einem Scheepjes Wolly Whirl „Sugar Suzzle“ (70% Baumwolle und 30% Wolle) mit einer Lauflänge von 1000m, gearbeitet wurde es mit einer Nadelstärke 4,5.

Dieses Tuch hat die Maße 186 x 42 cm

Edlothia und Fareth

Das allererste Tuch das ich nach der Anleitung von Jasmin Räsänen gearbeitet habe war das „Edlothia“.

Durch die unterschiedlichen Mustersätze ist das Arbeiten dieses Tuches sehr abwechslungsreich und ich konnte einige neue Muster ausprobieren. Bei diesem Tuch habe ich auch das erste mal in meinem Leben Reliefstäbchen gearbeitet. (da häkel ich schon soooo lange aber man lernt ja nie aus)

Dieses Tuch ist aus einem Bobbel mit 1000 m von „Roswithas Wollkessel“gearbeitet. Es hat die Maße 164 x 65 cm.

Das zweite Tuch das ich euch heute zeigen möchte ist das „Fareth“

Gearbeitet aus einem 1500m Bobbel von Mausibengels Bobbelkiste.

Durch die lange Lauflänge ist ein schön großes Tuch entstanden mit den Maßen 180 x 87 cm. Dieses Muster ist wie das „Fingon“ ein einfach zu merkendes Muster was sich leicht häkeln lässt und so auch für Häkelanfänger*innen gut geeignet ist.

By by Summer!

Was war das für ein toller Sommer! Wie ist es euch so ergangen?

Ich melde mich wieder zurück aus meiner „Sommerpause“ .

Trotz der Hitze war ich fleißig am häkeln und werkeln. Einige mögen es ja nicht so wenn sie bei der Hitze auch noch einen Haufen Wolle auf dem Schoß liegen haben – wie ist das bei euch?

Ich habe in dieser warmen Zeit überwiegend Farbverlaufsgarne aus Baumwollgemisch verarbeitet. Das war nicht so warm und kleinere Projekte sind auch nicht so schwer. Das konzentrieren viel mir bei der Hitze schon schwer (darum hab ich auch nicht viel geschrieben) und beim Häkeln mussten einfache Muster her.

Jetzt habe ich am Wochenende meinen Balkon umgestaltet und einige Sommersachen wie z.B. der Sonnenschirm sind in den Keller gewandert und warten nun auf ihren Einsatz im nächsten Jahr.

Ich selbst habe von Sommermodus in den Herbstmodus gewechselt und hoffe das wir auch im Oktober noch mit schönem Wetter rechnen können. Dieser Jahreszeitenwechsel hat mich einmal zurückblicken lassen und ich möchte euch heute drei  meiner Arbeiten vorstellen.

Da ist zum ersten meine Schmetterlingsdecke aus Farbverlaufsgarn:

Ich arbeite seit einem Jahr sehr viel mit Farbverlaufsgarnen und habe von unterschiedlichen Herstellern schon einige ausprobiert. In meinem Lager befanden sich auch noch zwei Garne von Katia Spring Rainbow (die Farbnummern weiß ich leider nicht mehr). Bei diesen beiden wusste ich lange nicht was ich daraus machen soll weil sie mit einer Lauflänge von ca. 600 Metern für mich eigentlich zu klein sind. Für Tücher brauche ich 1000 Meter und mehr.  Nach einigem überlegen hatte ich beschlossen eine kleine Decke im Granny-Styl zu häkeln.

Angefangen zu häkeln hatte ich schon im Januar. Aber da ich ja immer einige Projekte parallel laufen habe und ich nach dem zweiten Bobbel nicht so recht wusste wie ich den Rand gestalten will, lag sie zwischendurch einige Zeit im Schrank.

Ich habe damit der Farbübergang der beiden Bobbel etwas harmonischer verläuft in unterschiedlicher Weise vergrößert. Wie man auf der Zeichnung sehen kann habe ich mit einem einfachen Quadrat angefangen. Dann dieses über Eck vergrößert. Nach Teil 1 und 2 war der erste Bobbel verarbeitet und ich habe mit dem zweiten weitergemacht.

Meine fertige Decke hat eine Größe von 116 x 140 cm .Der Rand ist ca. 11,5 cm breit und es sind 36 Schmetterlinge, die sich auf dem Rand tummeln.

Ich habe eine ganze Zeit nicht gewusst was ich mit dem Rand machen soll. Die Decke war mir nach dem Verarbeiten der beiden Bobbel noch zu klein aber ich wollte kein neues Material kaufen und war mir auch mit den Farben nicht so schlüssig. Ich habe mich dann entschieden aus meinem Vorrat das graue Baumwollgarn zu nehmen da es farblich gut passt und auch in ausreichender Menge vorhanden war. Um das Ganze farblich noch etwas aufzupeppen habe ich mich für die eingehäkelten Schmetterlinge in Gelb entschieden.

Die Anleitung zu diesen süßen Schmetterlingen findet ihr bei THE CROCHET SPACE

Ich bin schon vor längerem auf diese tolle Seite gestoßen auf der ihr außer den Schmetterlingen auch andere tolle Anleitungen findet. Ich wollte das mit den Schmetterlingen unbedingt mal ausprobieren hatte aber nie so recht das passende Projekt dafür, bei dieser Decke hat es nun perfekt gepasst. Ich habe nur ein kleine Änderung vorgenommen, bei mir sind die Fühler der Schmetterlinge nicht gehäkelt sondern ich habe einfach einen Faden angeknotet und auf der passenden Länge abgeschnitten. Die Gehäkelten Fühler waren mir zu dick und sahen zu wuchtig aus.

Material: 2 x Katia Spring Rainbow mit 300g und 1200 Lauflänge für den Innenteil und für den Rand noch einmal 350g in grauer, gelber,grüner und blauer Baumwolle mit einer Lauflänge von ca. 770 m. Für die Fühler dann noch kleine Garnreste in unterschiedlichen Farben.

Das Verarbeiten der Katia Spring Rainbow war sehr angenehm, das einzige was ich nicht so schön fand waren die großen Knoten im Garn. Bei jedem Farbwechsel war ein großer Knoten über alle Faden. Das kenne ich von anderen Garnherstellern anders, dort wird nur ein kleiner Knoten gemacht weil ja auch nur ein Faden in der Farbe gewechselt werden muss.

Meine Decke hat mir in der Sommerzeit gute Dienste geleistet. Ich hatte sie auf meinem Balkon über meinen Sitzsack gelegt. Dieser ist aus dunklem Material und wurde in der Sonne doch recht heiß. Durch die Decke war die Oberfläche immer angenehm kuschelig und nebenbei sah es farblich auch besser aus.

Die zweite Arbeit die ich euch zeigen möchte ist ein Schulterschmeichler:

An Tüchern habe ich mittlerweile schon eine ganze Sammlung in meinem Kleiderschrank und ich wollte mal etwas anderes ausprobieren.  Ich habe dieses tolle blaue Kleid von Gudrün Sjöden das ich heiß und innig liebe. Im Sommer habe ich es viel getragen. Tagsüber bei der Hitze war es total angenehm aber abends wurde es doch mal etwas kühl. Also musste eine Lösung her. Inspiriert durch Alex Mentler, der ich auf Instagram folge und die immer total schöne Schulterschmeichler und Häkeljacken postet, habe ich mich dann auch an meinen ersten Schulterschmeichler gewagt.

Verarbeitet habe ich einen dreifädigen Bobbel mit 1000m und dem sommerlichen Namen „Schwimmreifen“ von Mausibengels Bobbelkiste.

Das dritte Teil ist ein farbenfrohes Tuch:

Gehäkelt habe ich es aus einem 1000m Bobbel von „Little Faforites by Rea“ mit dem Namen „Colorbomb“. Er ist aus 50% Baumwolle und 50% Acryl.

Die Anleitung ist von Jasmin Räsänen die unter ihrem Label „Morben Design“ Anleitungen für Tüchern und Westen designt.

Ich bin vor etwa zwei Jahren das erste mal auf ihre Anleitungen aufmerksam geworden. Da ich aber leider nie genug Zeit habe alles an Kreativem sofort umzusetzen was ich gerne umsetzen möchte, lagen die Anleitungen erst mal eine Zeitlang rum. Mein erstes Tuch von Jasmin habe ich  im Sommer 2017 gehäkelt und auf der Infa-Kreativa letztes Jahr durfte ich sie bei einem Workshop auch persönlich kennen lernen.

Nun ist seit der letzten Infa schon wieder ein Jahr um. Ich werde das kommende Wochenende wieder zur Infa fahren und freue mich schon riesig auf die Aussteller und auf  neue und altbekannte Gesichter die ich dort treffen werde. Die Zeit bis dahin möchte ich nutzen und euch jeden Tag Tücher zu zeigen, die ich nach den Anleitungen von Jasmin gearbeitet habe.

Mir schien es ganz passend mit dem Tuch anzufangen das aus dem Bobbel entstanden ist den ich letztes Jahr auf der Infa gekauft habe. Also starte ich meine Tuchvorstellungsreihe mit dem „Fingon“:

Das „Fingon“ ist ein recht einfaches Muster und auch für Anfänger geeignet. Man sollte feste Maschen, Stäbchen und Reliefstäbchen häkeln können und dann kann es auch schon losgehen. Das Muster ist wenn man es erst mal zwei oder drei Reihen gehäkelt hat schon gut gemerkt und so war dieses Tuch beim Anfertigen der ideale Begleiter auch für unterwegs. Mal eben schnell noch in der Bahn einige Reihen häkeln ist kein Problem.

Mein fertiges Tuch ist 134 cm breit und 63 cm tief. Ich habe zum Abschluss noch eine weiße Bogenkannte angehäkelt, die war in der Anleitung nicht vorgesehen passt farblich aber gut zu dem weißen Faden der durch das ganze Garn verläuft.

 

 

 

Jetzt wird es bunt – Wolle färben mit Ostereierfarben

Ich habe die letzten schönen Tage ausgenutzt und habe mich an meinen ersten Versuch gewagt Sockenwolle selbst zu färben. Ich hatte bei zwei Bloggerkolleginnen schon Beiträge dazu gelesen und auch in Sozialen Netzwerken das eine und andere Ergebnis selbst gefärbter Wolle gesehen.

Da einige schrieben es wäre so leicht Sockenwolle mit Ostereierfarben zu färben und so begeistert von dem Ergebnis waren, wollte ich es selbst mal ausprobieren.

Nach meiner großen Sockenstrickaktion und dem erfolgreichen Minimieren meines Sockenwollvorrates waren vier kleine Knäule á 50 Gramm übrig geblieben, bei denen ich mir sicher war, das ich sie so in der Farbe nicht verarbeiten werde.  Vom letzten Ostereier färben war noch Farbe übrig und Essig hatte ich auch im Haus. Also war alles da was ich brauchte.

Noch mal schnell ein, zwei Sachen nachgelesen und auf einem Spickzettel notiert und los ging es:

Als erstes mussten die ordentlich gewickelten Knäule in Stränge umgewandelt werden. Da ich (noch) keine Wollhaspel habe, dachte ich mir recht naiv das mein Kind mir ja helfen könnte. Also Kind gefragt ob es mir helfen will, Kind sagt genervt „Wenn es sein muß!“ (Kind ist 14 Jahre alt und im Moment nervt alles *seufz*) und setzt sich widerwillig auf das Sofa und läßt sich von mir erklären was es machen soll.

Plan war, das das Kind seine Arme hochhält und ich zwischen den beiden Handflächen wickeln kann. So wie ich es von früher her kannte wenn meine Oma mich gebeten hatte ihre Wolle zu halten damit sie sie aufwickeln konnte. Nur eben genau umgekehrt. Also anfangen mit wickeln. Kind ist genervt , fragt mich wie lange das den dauern soll und jammert das die Arme schwer werden. Das ging ja schon wieder gut los! Ich sage dem Kind das es die Arme ja aufstützen kann, dann ist es leichter. Es geht weiter. Kind wird zunehmend genervter. Die  Arme  werden wohl recht lahm den die Arme wandern immer mehr zusammen und ich bekomme keinen gleichmäßigen Strang sondern ein Wolletwas bei dem ich aufpassen muss das es nicht noch mehr vertüddelt.

Nach dem ersten Knäul hat das Kind keine Lust mehr mir zu helfen und ich sehe ein, das die Idee auch nicht so gut war.  Für die restlichen drei Knäule habe ich mir dann einen kleinen Hocker umgedreht und die Wolle um die Beine des Hockers gewickelt. (Das hätte ich gleich machen sollen, hätte mir und dem Kind eine Menge Nerverei erspart!)

Die linken drei Stränge auf dem Bild sind die „ordentlich“ um die Hockerbeine gewickelten. Das in orange ist das erste Wolletwas.

Die Wolle kam nun im zweiten Schritt in ein Wasser-Essig-Bad um sie für die Farbaufnahme vorzubereiten. Mein Mischungsverhältnis betrug 3 EL Essig auf 2 L lauwarmes Wasser. Die Wolle saugt sich langsam mit der Flüssigkeit voll. Angeblich soll es  nicht schneller gehen wenn man die Wolle beschwert und unterdrückt, die Wolle braucht halt so lange wie sie eben braucht. (ich habe die Zeit nicht gemessen)

In der Zeit in der die Wolle sich vollsaugt hatte ich Zeit meine Küche und die Farben vorzubereiten.

An dieser Stelle zwei Hinweise:

  1. Wer schon mal mit Essig oder Essigessenz  gearbeitet hat weiß das es sehr unangenehm riechen kann. Wenn man nicht möchte das hinterher die ganze Wohnung nach Essig riecht sollte man für eine gute Belüftung sorgen.
  2. Auf jeden Fall die Hände mit Handschuhen aus Latex oder Gummi schützen! Essig greift die Haut an, auch wenn man sonst nicht so empfindlich ist kann es unangenehm werden. Richtig fies ist es wenn man kleine Wunden an der Hand haben sollte, da reicht schon ein winziger Schnitt den man sonst gar nicht so wahr nimmt.

Ich hatte vom letzten Ostereierfärben noch Farbe übrig, die habe ich wie auf der Verpackung beschrieben fertig gemacht.

Nachdem die Wolle sich mit dem Wasser-Essig-Gemisch vollgesogen hatte kam nun der nächste Schritt: Wolle aus dem Bad nehmen und vorsichtig ausdrücken. Nicht wringen, da sich sonst die Wolle verfilzen kann!

Die Wolle habe ich mit zwei verschiedenen Techniken eingefärbt:

  1. Die beiden wollweißen Wollstränge habe ich auf ein Backblech gelegt und mit einem Teelöffel kleine Mengen der Farbe auf der Wolle verteilt. Das sah dann wie gesprenkelt aus. Den Strang habe ich umgedreht und etwas auseinander gezogen damit alle Fäden mit Farbe versehen werden konnten.
  2. Den beigen und den orangenen Wollstrang habe ich stellenweise in die Farbe getaucht. Einige Stellen habe ich mit zwei Farben doppelt eingefärbt.

Nach dem Einfärben kam nun das Fixieren der Farbe. Das Fixieren, so stand es in allen Anleitungen die ich gelesen hatte, soll über Erhitzen der Wolle geschehen. Das kann man im Backofen oder in der Mikrowelle machen. Ich habe mich für eine Fixierung in der Mikrowelle entschieden weil dies sehr viel schneller geht.

Für das Fixieren den Wollstrang in ein Mikrowellen geeignetes Gefäß legen und das Ganze mit Frischhaltefolie abdecken. Ich habe um sicher zu gehen die Folie zweimal um die Schale gewickelt.

In einer Anleitung die ich gefunden hatte, hieß es die Wolle solle bei 800 Watt 2-3 Minuten erhitzt werden. Da meine Mikrowelle nur eine maximale Leistung von 700 Watt hat habe ich die Wolle bei 700 Watt für 5 Minuten im Gerät gelassen.

Beim entnehmen des Gefäßes bitte vorsichtig sein! Es ist sehr heiß! (was man sich ja eigentlich denken kann, aber es sei trotzdem hier noch einmal erwähnt!) Ich habe die Schale einige Minuten abkühlen lassen.

Beim entfernen der Folie sollte man auch vorsichtig sein, der Dampf der eventuell entweicht besteht ja nicht nur aus Wasser sondern hat noch etwas Essig mit beigemischt und es ist wirklich nicht lustig das ins Gesicht zu bekommen.

Ich weiß wovon ich spreche, beim ersten Fixieren konnte ich es nicht abwarten, habe die Folie zu schnell abgezogen und habe den Dampf ins Gesicht bekommen.

Wie heißt es so schön : „Der kluge Mensch lernt aus seinen Fehlern, der Weise aus den Fehlern Anderer und der Narr gar nicht!“

Im nächsten Schritt wird die gefärbte und fixierte Wolle einmal ordentlich durchgewaschen damit Essig und evtl. Farbreste ausgewaschen werden. Bei mir ist beim Waschen das Wasser farblos geblieben, da scheint die Fixierung wohl geklappt zu haben.

Nachdem die Wolle wieder trocken war, kam die letzte Herausforderung : Aus dem Strang sollte nun wieder ein Knäul werden. Die Stränge habe ich nicht wieder über die Hockerbeine bekommen. Also habe ich wieder das Kind gefragt ob es helfen kann.

Die Begeisterung hielt sich wie bei meinem ersten Fragen in Grenzen. Nachdem ich zigmal versprochen hatte, das das Kind keine Wolle halten müsse sondern nur an der Kurbel des Wollwicklers drehen soll, ging es dann los. Das Kind war nun nicht besonders motiviert, da es auch nicht so zügig voran ging mit dem Wickeln wurde es dann sehr schnell langweilig.

„Kann ich nicht nebenbei auf meinem Handy Youtube schauen? “

Was für eine Frage!

Um es kurz zu fassen: Wollstränge aufzuwickeln ist nicht meins! Bei ordentlich gewickelten Strängen, die sich gut aufwickeln lassen finde ich es schon mühsam und nervig, wenn man dann aber wie in diesem Fall nicht ganz so ordentlich gewickelte Stränge hat, macht mir das Aufwickeln keinen Spaß.

Ständig mussten wir mit dem Wickeln anhalten um Knoten und Vertüddelungen zu entwirren. Das Kind hat es übrigens wirklich geschafft mir der einen Hand den Wickler zu drehen und mit der anderen Hand das Handy zu halten.  Nach einer wirklich nervenaufreibender Zeit (fürs Kind genauso wie für mich) lagen endlich vier kleine gewickelte Knäule vor mir.

Mein Fazit:  Ich bin froh das ich es ausprobiert habe. Die Materialien sind wenn man sie nicht eh schon im Haus hat, leicht und günstig zu besorgen . Jeder/jede, der/die mit Ostereierfärben zurecht kommt kann auch Wolle färben, das Färben fand ich relativ einfach. Ich bin froh das ich aus der Wolle, die ich nicht so schön fand nun doch sehr ansprechende Wolle bekommen habe. Selbst das Orange das mir vorher überhaupt nicht gefiel, gefällt mir jetzt richtig gut und ich bin sehr gespannt wie die Wolle verarbeitet aussieht!

ABER: Es wird nicht mein Hobby werden ! Einmal Wolle färben hat mir gereicht. Für mich ist dieses ganze Wickeln am Anfang und Ende nichts.

Da soll Handarbeiten doch entspannen. Nach der Aufregung muss ich erst mal Tee trinken und stricken ! 🙂

Was lange währt…..

….wird endlich fertig!

Dieses wird mein dritter Beitrag über meinen Resteteppich und auch der letzte, denn ich bin mit meinem Projekt endlich fertig! Hurra!

Über einen Zeitraum von nicht ganz zwei Jahren habe ich immer wieder an meiner Prym-Strickmühle gesessen und fleißig gekurbelt. Verarbeitet habe ich meine Sockenwollreste und Sockenwollreste von Bekannten. Ebenso habe ich Stopfwolle (doppelt bzw. dreifach gelegt) und kleinere Mengen von Garnresten in der passenden Stärke verarbeitet. Am Anfang war es noch recht spannend aber zum Ende hin war ich die ganze Kurbellei doch ziemlich leid.

Ich habe die Strickmühle mit einer Klemme am Tisch befestigt und so konnte ich zwischendurch immer mal wieder aufstehen und was anderes machen.

Zu wissen das ich dabei bin die letzten Reihen zu stricken,war schon ein tolles Gefühl. Wenn man so lange an einem Projekt arbeitet ist man zum Schluss doch froh wenn man endlich fertig ist.

Da sich der gestrickte Teil an den Kannten etwas eingedreht hat, habe ich um das ganze Strickteil noch einen Rand aus 4 Reihen Stäbchen gearbeitet.

Hier einige Daten:

Der Teppich ist 112 cm breit und 182 cm lang. Der gehäkelte Rand ist 10,5 cm breit. Stricknadeln und Häkelnadel hatten die Stärke 10. Der Teppich wiegt 3,6 Kilo (wenn ich meiner Waage glauben darf) das entsprich 36 x 100 g Sockenwolle. Das sind dann etwas über 15.000 Meter verarbeitetes Garn.

Die Bilder habe ich im Zimmer meines Sohnes gemacht. Die Katze des Hauses musste natürlich auch gleich kommen und kucken was ihr „Personal“ da oben auf dem Stuhl den so treibt.

Und diesen ganzen Aufwand wegen so einem buntem Ding konnte sie garn nicht so richtig verstehen. „Wieso darf ich nicht auf dieses bunte Ding? Da habe ich noch keine Haare von mir drauf verteilt, das muss ich sofort erledigen!“

„Nun streichel mich endlich! Ich bin ja wohl viel wichtiger als dieses bunte Ding!“  Typisch Mensch- hier werden eindeutig die falschen Prioritäten gesetzt. 😉

Ostern wird weiß

Ostern 2018 wird bei uns weiß. Damit meine ich nicht das es schneien soll (wenn ich mir  das Wetter draußen so anschaue würde es mich allerdings nicht wundern wenn es doch noch mal schneit) nein ich meine damit meine Osterdekoration.

Die ist dieses Jahr auf die Farbe Weiß eingestellt. Mit einigen kleinen Farbtüpferchen. Viel gebastelt habe ich dieses Jahr nicht (und es ist auch alles erst in letzter Minute fertig geworden) aber meine fertigen Sachen möchte ich euch heute gerne zeigen:

Da wären zuerst einmal meine Upcycling- Ostereier:

Diese drei Metalleier hatte ich noch vom letzten Jahr (konnte man bei einem Diskounter mit Schokoladen- und Marzipanfüllung kaufen) Zwei hatte ich verschenkt und nachdem sie leer waren mit dem Kommentar: „Hier Du kannst doch immer alles mögliche zum Basteln gebrauchen“ zurückbekommen.  So richtig schick fand ich sie aber nicht. Was also nun damit machen?

Ganz einfach: Eier an den Kannten mit Klebeband zukleben damit beide Eihälften auch fest zusammenbleiben. Dann habe ich mit Servietten-Technik-Lack (gibt es mittlerweile von vielen Herstellern) eine dünne Lage Küchenpapier auf das Metall geklebt. Das Küchenpapier habe ich vorher in kleinere Stücke gerissen und dann erst die obere Hälfte beklebt und zum Trocknen in einen Eierbecher gestellt. Nach dem Trocknen war dann die untere Hälfte dran.

Nach dem Trocknen des Küchenpapieres habe ich die Eier dann noch mit weißer Plakatfarbe angepinselt. Hier auch erst die obere Hälfte und dann nach dem Trocknen der untere Teil.

Mir gefällt die grobe Struktur der Eier. Auf die Rille der Metalleier, die noch leicht zu sehen war habe ich auf alle drei Eier eine selbstklebende naturweiße Spitze geklebt und um zwei Eier ein rosa Baumwollband und zartes Satinband in Creme gebunden.

Alle Eier stehen/liegen jetzt auf meinem antiken Eckschrank und machen sich da ganz gut. Sie sind ca. 19 cm lang und damit etwa so groß wie ein Straußenei.

Meine zweite Osterbastelei ist nicht nur für Ostern geeignet, sie wird auch nach Ostern noch hängen bleiben dürfen:

Vor kurzem fand ich in einem Geschäft für Trockenblumengestecke und Floristenbedarf diese schönen Herzen aus Metallblech. Sie sind ca. 5 x 5 cm groß und weiß gestrichen. Beim Kauf waren vier Herzen auf unterschiedlicher Höhe auf Naturschnüre gefädelt. Ich fand die Herzen sehr schön und auch die Anordnung aber das Band hat mir überhaupt nicht gefallen. Also habe ich alles nochmal neu auf dünne Satinbänder in Creme aufgefädelt und noch einige passende Perlen mit eingearbeitet.

Hier nochmal der Vergleich:

Linkes Bild: So habe ich sie gekauft und rechtes Bild: So hängen sie jetzt an den Enden meiner Gardinenstange.

Zum Schluss noch eine gehäkelte Osterdeko :

Ich hatte mir als wir letztes Jahr auf einer Straußenfarm waren ein Straußenei gekauft. Das lag nun im Schrank und ich wusste nicht so recht wie ich es schön präsentieren sollte. Ich hatte schon verschiedenes ausprobiert aber nix davon hat mir so richtig gut gefallen. Vor einigen Tagen bin ich dann bei Instagram auf ein Bild von Janina Winkler gestoßen. Sie zeigt auf diesem Bild ihre gehäkelte Osterdekoration. Mit auf dem Bild war auch ein Straußenei in einem gehäkelten Körbchen. Da wusste ich : So etwas in der Art will ich auch für mein Ei haben.

Ich habe dann die Mützenanleitung „Mellow“ von Regina Schwarzfurtner etwas umgewandelt und am Rand noch eine Bogenkannte angehäkelt. So sieht jetzt mein Osterkörbchen für meine Straußenei aus. Gearbeitet aus Baumwolle mit Nadelstärke 4,5 war das Körbchen an einem Abend fertig. Ich finde es richtig süß!

Ich wünsche Euch schöne erholsame und kreative Ostertage!

Woll-Stash, Wolldiät und Familientraditionen…..

Drei anstrengende Wochen liegen hinter  mir. Die fiese Grippewelle die gerade umgeht hat auch unseren Haushalt erwischt. Erst lag mein Sohn krank im Bett und ich habe die Krankenschwester gespielt und dann hatte es mich voll erwischt. Wenn es Dich so erwischt hat, das Du am liebsten nur noch schlafen willst und zu nix mehr Lust hast ist das schon blöd. Wenn bei mir nicht mal mehr Wolle, Häkeln und Stricken hilft dann geht es mir wirklich richtig mies.

Aber das ist zum Glück gut überstanden. Mein Sohn geht schon wieder in die Schule und bei mir regen sich die Geister auch so langsam wieder. So wird es Zeit sich mal vor den Rechner zu setzten und zu berichten was sich in meiner kleinen Handarbeitswelt so tut:

Es ist jetzt gut ein Jahr her, das ich mein Woll-Stash in Ordnung gebracht habe. Was ist seit dem passiert?

Erst einmal ein kleiner Rückblick:

Anfang 2017 hatte ich angefangen meinen Haushalt sehr gründlich aufzuräumen und auszumisten. Darüber hatte ich im Oktober 2017 schon einmal berichtet. In diesem Zusammenhang habe ich auch meine ganzen kleinen Wolllager und Wollverstecke aufgelöst. Ich muss gestehen das ich in den letzten Jahren sehr gerne Wolle gekauft habe. Wollgeschäfte und Buchläden üben da eine magische Anziehungskraft auf mich aus, der ich mich meist nicht entziehen kann. Ich weiß genau, das ich genügend Bücher stehen habe die ich noch nicht gelesen habe und ich weiß genauso gut wie viel Wolle ich habe, die noch nicht verarbeitet ist.

Aber das wurde bei meinen Käufen immer sehr erfolgreich ausgeblendet. Bei meinen Käufen habe ich meist im Laden schon so ein/zwei Ideen was aus dem Material entstehen könnte. Zu Hause erfreute ich mich dann beim Auspacken und Wegpacken der Wolle nochmal an ihr und dann lag sie meist recht lange im Wolllager.

Bei meinem radikalen Aufräumen und Ausmisten ist mir dann richtig bewusst geworden wie viel ich habe. Die meiste Wolle lagerte in Regalen in meinem Schlafzimmer. Kleinere Mengen fanden sich dann noch in Kästen im Wohnzimmer und im Zimmer meines Sohnes (dort steht unser großer gemeinsamer Kleiderschrank in dem ich so einige UFOs und Wolltüten fand).

Um den genauen Überblick zu bekommen habe ich erst mal alles was ich an Wolle hatte auf meinem Bett zurechtgelegt. Neben mein Bett hatte ich einen großen Wäschekorb gestellt in den gleich die ausrangierte Wolle kam und einen großen Karton in den die UFOs wanderten. (Die damals zusammengetragenen UFOs sind mittlerweile alle entweder aufgeribbelt oder fertig gearbeitet! )

Was habe ich alles an Wolle aussortiert?

Fehlkäufe aus Sonderangeboten, Fehlkäufe aus Katalog- oder Internetbestellungen bei denen man die richtige Farbe erst zu Hause sieht und auch kleinere Mengen bei denen es gerade mal für eine Mütze oder Schal gereicht hätte und Wolle, die mir nicht mehr gefiel.

Bei meinem Ausmisten ist mir eines klar geworden: Wolle hält sich sehr lange, wenn sie gut eingepackt ist und lichtgeschützt und mottensicher gelagert sieht sie nach Jahrzehnten noch gut aus ABER MAN SELBST VERÄNDERT SICH MIT DER ZEIT.

Hierzu ein kleines Beispiel: Ich fand vor zehn Jahren gestrickte Socken mit Streifen total toll. Damals habe ich viel Sockenwolle gekauft die in ihrem Farbverlauf diese Streifen ergibt. Heute habe ich erst mal genug von Ringelsocken und ich würde ganz andere Sockenwolle kaufen. In meinem Lager befanden sich aber noch gut 10 Knäule mit Streifenmusterfarbverlauf.

Ein zweites Beispiel: mit Anfang zwanzig habe ich bei meinen Wollkäufen überwiegend auf den Preis geschaut und habe Wolle geliebt die total weich und flauschig ist. Das war dann meist Wolle mit einem sehr hohen Anteil an Polyacryl. Seit einigen Jahren kaufe ich aber immer mehr hochwertige Wolle mit viel Seiden- und Wollanteil  oder aus reiner Wolle und ich schaue sehr viel genauer wie die Firmen produzieren.

Wie gesagt: Die Wolle ändert sich nicht aber der Mensch, der sie gekauft hat.

Ich habe Anfang 2017 alles an Wolle aussortiert was nicht mehr zu mir passte. Aus einem großen Teil dieser Wolle habe ich Schals für die Aktion „Wir häkeln für den Weltrekord“ gemacht. Ein Teil habe ich in einem Tauschforum getauscht und ein anderer Teil ist zu dem Kindergarten bei uns im Ort gewandert. Die hatten sich sehr gefreut als ich mit einer großen Tüte mit Wolle, Knöpfen und anderem Bastelmaterial bei ihnen auf der Matte stand.

Die Wolle und Garne, die ich noch verarbeiten wollte habe ich ordentlich in meinem Schlafzimmer verstaut und zwar NUR in meinem Schlafzimmer. Die ganzen kleinen Wolllager die vorher in der ganzen Wohnung verteilt waren gibt es nicht mehr!

Bei diesem ganzen Prozess ging es mir recht gut. Der Wollballast ist verschwunden und hat Platz gemacht für neues.

Der Platz den ich dadurch gewonnen habe ist dann sehr schnell wieder mit Neukäufen aufgefüllt worden. 🙂 Ich habe im letzten Jahr die handgewickelten Bobbel für mich entdeckt. Im Sommer – Herbst sind dann auch einige schöne Tücher entstanden. Aber dazu ein anderes Mal mehr.

Mit dem was ich jetzt hier an Wolle liegen habe könnte ich  gut die nächsten zwei Jahre auskommen ohne das ich neues Garn nachkaufen müsste. Ich weiß es gibt Handarbeiter*innen die noch sehr viel mehr an Wollvorräten ihr Eigen nennen können, aber für mich war jetzt eine Grenze erreicht bei der ich die Einkaufsbremse ziehe.

Ich habe mir Anfang 2018 eine Wolldiät verordnet. Das bedeutet jetzt nicht das ich gar keine Wolle mehr kaufen darf (dann wäre es ja Wollfasten und nicht Wolldiät 😉 ), sondern das ich bewusst die Wolle kaufen möchte, die ich für bestehende Projekte noch brauche oder bei der ich ganz genau weiß was daraus gemacht werden soll und ich möchte mehr Wolle wegarbeiten als ich neu dazukaufe. Wir werden sehen wie ich das dieses Jahr umsetzen kann, bis jetzt läuft es ganz gut!

Da ich so viel Sockenwolle in meinem Vorrat hatte, kam  mir Ende 2017 die Idee, diese wegzuarbeiten und mehr zum Thema Socken zu machen. Aber trotz fleißigem Socken stricken und Puschen häkeln schien das Sockenwolllager nicht weniger zu werden.

Ich habe mich Anfang Februar dann an ein neues Projekt gewagt und aus Sockenwolle und einem Polyacrylgarn eine Tagesdecke gehäkelt.

In der Mitte der Decke habe ich mit den kleinen Resten angefangen, die ich noch hatte und habe dann später die 100g Knäule verarbeitet. Dabei habe ich schon geschaut das es mit dem Farbverlauf möglichst harmonisch wirkt. Gearbeitet ist ganz einfach in Runden im Muster „Granny Square“.

An Material habe ich insgesamt 2 Riesenknäule Polyacrylgarn in einem hellen Vanilleweiß und 12 Knäule Sockenwollgarn verarbeitet das sind zusammen 8810 Meter Garn. Die Decke hat ein Gewicht von 2,5 Kilo und passt so mit der Größe noch gut in die Waschmaschine.

Meine Tagesdecke hat nach dem Waschen und Spannen (soweit das bei einer Decke in der Größe möglich war) eine Größe von ca. 2,16 x 2,16 m und passt so ganz gut auf mein 1,40 m breites Bett.

Wie viel Stunden Arbeit ich in die Decke gesteckt habe kann ich nicht sagen. Ich habe als ich bei einer Seitenlänge von 1 m war mal die Zeit gestoppt und bei 1 m Seitenlänge und somit 4 m Rundenlänge habe ich etwa 45 Minuten gebraucht. Ich kann nur eines Sagen : das Häkeln dieser Decke hatte einen hohen Suchtfaktor- bei dem einfachen Muster war das reinste Meditation. Ich habe als ich angefangen hatte jede freie Minute in diese Decke gesteckt.

Letztes Jahr hatte ich ja schon mal aus Wollresten eine Decke gehäkelt (Beitrag vom 28.Oktober 2017) aber eine so große Decke ist für mich jetzt Premiere und damit führe ich eine Familientradition fort. Bereits meine Mutter und Großmutter waren so fleißig das sie so große Tagesdecken gehäkelt haben. Meine Mutter hatte im Alter von 23 Jahren schon zwei  2 x 2 Meter Tagesdecken fertig gearbeitet.

Ich hatte mir schon länger eine große Tagesdecke für mein Bett gewünscht und habe mir mit dieser Arbeit nun diesen Wunsch erfüllt ohne das ich dafür neues Material kaufen musste.  

Spiralsocken – Schnell gestrickt ohne aufwendige Ferse

Socken in der Spiraltechnik sind ideal für alle, die sich davor drücken wollen eine Ferse zu stricken. Gerade wenn man erst mit dem Sockenstricken anfängt ist die Ferse doch oft recht schwierig. Bei der Spiralsocke entsteht durch das einfache Muster eine Drehung im Strickwerk, die sich dem Fuß anpasst.

Ich beginne meine Spiralsocken immer mit einem 2recht-2links-Bündchen. (Du kannst natürlich auch ein 1recht-1links-Bündchen stricken) Man könnte theoretisch auch gleich mit dem Spiralmuster anfangen.

Das Spiralmuster ist ganz einfach:

Du strickst in der ersten Runde 4 Maschen rechts und 4 Maschen links, dies wird immer wiederholt. Darum muss die Gesamtmaschenzahl auch durch 8 teilbar sein. Nach vier Runden also in der 5ten Runde wird das Muster um eine Masche versetzt. Wieder vier Runden weiter also in der 9ten Runde wieder um eine Masche versetzt:

Die beste Erfahrung habe ich mit dem 4M rechts- 4Mlinks gemacht. Wenn es mit deiner Maschenzahl aber nicht anders hinkommt, kannst Du auch 3-3 oder 5-5 stricken.

Wie viel Maschen man für welche Größe anschlagen muss kann man in diversen Tabellen nachschlagen. Fast jeder Markenhersteller hat auf seiner Webseite eine Größentabelle zum runterladen. Ich empfehle Dir die Größenliste von Stricknetz  und die von Schachenmayr. Die Zahlen sind in den meisten Tabellen die Gleichen oder unterscheiden sich um eine Masche. Du solltest am besten auch erst mal eine Maschenprobe machen. Wenn Du schon einige Socken in Deiner Größe gestrickt hast, hast Du die Zahlen schon fast im Kopf. Aber wenn man für andere Socken stricken möchte, ist so eine Liste schon ganz praktisch. Am besten druckst Du Dir eine Tabelle aus.

Die Spiralsocke sitzt ganz angenehm am Fuß, das Muster zieht sich automatisch etwas zusammen, ähnlich dem Bündchenmuster.

Bei der Spiralsocke sitzt die Socke an der Ferse nicht ganz so gut wie bei einer Socke mit richtig gestrickten Ferse.

Trotzdem habe ich schon viele Spiralsocken gestrickt, den Spiralsocken sind für mich die idealen Kindersocken. Gerade bei kleinen Kindern wachsen die Füße fast schneller als man stricken kann. Und da die Füße meist mehr in die Länge als in die Breite wachsen kann die Spiralsocke mit dem Kinderfuß „mitwachsen“. Natürlich wächst die Socke nicht, sondern das Bündchenteil wird einfach nur kürzer.

Auch wenn man jemandem mit selbstgestrickten Socken überraschen möchte aber die Größe nicht kennt (und auch nicht geschickt nachfragen kann) hat man mit der Spiralsocke eine Socke, die sich in der Länge anpasst.

Hier ist ein Bild, auf dem Du die Socke im flachen Zustand siehst. Ich finde sie sieht auf dem ersten Blick gar nicht wie eine Socke aus. Ich habe Dir gekennzeichnet wo das Bündchen aufhört und wo die Spitze anfängt.

Du kannst ganz nach Deinen Vorstellungen die Bündchen kürzer oder länger machen. Mann könnte auch nur in dem Bereich in dem die Hacke ist einen Spiralteil stricken und den Rest der Socke in einem anderen Muster.

Die Spitze habe ich bei meinen Modellen immer ganz einfach gestrickt:

Die Maschen, die Du auf einer Nadel hast durch drei teilen. (Nehmen wir mal an es sind 15 Maschen auf der Nadel)  Dann haben wir 5-5-5

Dann stricke ich 5 x 1 Runde abnehmen und 2 Runden stricken, 5 x 1 Runde abnehmen und 1 Runde stricken und in den restlichen Reihen dann in jeder Reihe abnehmen bis ich auf jeder Nadel nur noch 2 Maschen sind, den Faden auf etwa 20 cm kürzen und in eine Nähnadel fädeln. Mit der Nadel die restlichen 8 Maschen aufnehmen und den Faden gut vernähen.

Mit dieser Technik lassen sich auch ganz prima Stulpen stricken. Hier siehst Du ein Paar die ganz in Spiraltechnik gestrickt sind. Es wurde immer in Runden gearbeitet nur an der Stelle wo das Loch für den Daumen hinkommt habe ich in Hin-und Rückreihen gearbeitet.

Bevor es mit dem Stricken losgehen kann….

 

Wer schöne Socken stricken möchte braucht zum einen die Kenntnisse wie Socken gestrickt werden aber auch das passende Material und Werkzeug.

Fangen wir mit dem Material an. Der Handel bietet mittlerweile eine große Auswahl an Sockenwolle an. Sockenwolle ist in den meisten Fällen aus 75% Wolle und 25% Polyamid, kann in der Waschmaschine gewaschen werden und ist filzfrei.

Bei Sommergarnen variiert der Wollanteil und es sind auch Baumwolle, Bambus,Viskose oder Leinen mit verarbeitet.

Sockenwolle gibt es in folgenden Stärken:

4fädig mit 420 Metern pro 100g

6fädig mit 280 Metern pro 100g

8fädig mit 210 Metern pro 100g

Die Preise für Sockenwolle gehen weit auseinander. Bei Markenwolle zahlt man schon mal bis zu 10 Euro pro 100 Gramm Wolle. Anbieter wie Buttinette bieten ihre Wolle schon für 4-6 Euro an (einfarbiges Garn teilweise für 2.99 pro 100g). Die großen Discounter haben seit einigen Jahren ein bis zweimal im Jahr Angebote mit Wolle zu Schnäppchenpreisen von 5 Euro für 200g.

Wo ist nun der Unterschied zwischen der günstigen und der teuren Wolle?

Ich stricke seit über 20 Jahren Socken und habe in dieser Zeit alles an Material verarbeitet was mir so in die Finger gefallen ist. Ich konnte was die Haltbarkeit angeht keinen Unterschied feststellen. Socken aus günstigem Material halten bei mir genauso lange wie die aus dem teuren Markengarn.

Es gibt aber einige Unterschiede:

Bei den sehr günstigen Garnen kann es passieren das kleine Fremdteile mit in das Garn eingesponnen ist. Kleine Kunststoffteilchen, Späne oder Gras – hatte ich alles schon dabei. Das Garn ist meist spröder und der Faden ist nicht so gleichmäßig. Die günstigen Garne können sehr viel kratziger sein als die Markengarne.

Bei Markengarnen hat man meist eine größere Auswahl an Farben und Mustern, der Faden ist gleichmäßiger versponnen und ich habe in Markenwolle noch nie etwas im Faden gehabt was dort nicht hingehört. Auch ist die Anzahl der Knoten nicht so groß. Markenhersteller bieten eine größere Auswahl an Sommergarnen. Ich arbeite lieber mit Markengarnen weil sie meiner Meinung nach die größere und schönere Farbauswahl haben.

Als ich mit 18 Jahren das Sockenstricken lernen wollte gab es keine große Auswahl an Nadeln und auch kein YouTube mit Anleitungsvideos. Da ich die Anleitungen in Büchern nicht so verständlich fand, bat ich meine Großmutter mir das Sockenstricken beizubringen. Damals hatte ich nur die klassischen Metallnadeln in 20cm länge und musste lernen damit umzugehen.

Ich kann mich noch gut an meine Anfänge erinnern. Das Gestrickte mit den vier Nadeln festzuhalten und mit der fünften zu arbeiten war gar nicht so leicht. Gerade der Anfang  war  immer eine Fummelei, nach drei-vier Reihen wurde es dann immer etwas besser. Strickt man zu locker kann es passieren das die Nadeln rausrutschen. Ich glaube ich brauchte so an die drei Paar Socken um mich an den Gebrauch mit den Nadeln zu gewöhnen.

Metallnadeln sind sehr robust und die glatte Oberfläche lässt die Maschen gut rutschen. Sie sind aber auch recht kühl und gerade die dickeren Stärken brauchen etwas um die Handwärme aufzunehmen.

Als die ersten Alternativen auf den Markt kamen habe ich als erstes die Bambusnadeln ausprobiert.

Bambusnadeln liegen gut in der Hand, sie nehmen schnell die Handwärme auf und sind leicht biegbar ohne das sie brechen. Die Spitze der Bambusnadel ist runder und weicher als man es von den Metallnadeln her kennt. Es gibt verschiedene Anbieter für Bambusnadeln und die Preise gehen hier sehr auseinander. Einige Firmen  bieten die Nadeln in 20er und 15er Länge. Ich arbeite seit Jahren gerne mit den einfachen Bambusnadelspielen die ich bei TEDi erworben habe. TEDI führt die Nadeln nicht immer aber wer Glück hat bekommt sie hier für einen Euro pro Nadelspiel (Größe 3-5 mm Länge 20cm). Bei dem Preis ist es auch nicht schlimm wenn mal eine Nadel kaputt oder verloren geht.

An dieser Stelle kurz etwas zu kaputten Nadeln aus Holz oder Bambus: Ich sehe in den Handarbeitsgruppen in denen ich aktiv bin immer wieder Bilder von zerstörten Nadeln. Ich stricke jetzt seit gut 10 Jahren mit Holz und Bambusnadeln und mir ist in der ganzen Zeit nur zweimal eine Nadel kaputt gegangen ( beide male war ich so blöd und habe mich aus versehen auf mein Strickzeug gesetzt) Wer beim Stricken nicht einen Panzergriff hat mach diese Nadeln eigentlich nicht kaputt 🙂

Von der Firma KnitPro gibt es zwei Arten von Nadelspielen die ich immer gerne weiterempfehle:

Da sind zum ersten die KnitPro Synfonie aus farbigem Holz. Die Oberfläche ist sehr glatt und die Nadeln sind recht spitz und damit auch für Lace-Strickerei gut geeignet.

Die Nadeln gibt es in der Länge 20 cm , 15 cm und 10cm  und  in den Nadestärken 3 – 8 mm

Ich bevorzuge zum Sockenstricken die 15er Länge. Wer ganz kleine Babysöckchen stricken will ist auch mit der 10er Nadel gut bedient. Für Größere Socken ist die 10er aber zu klein.

Als zweites möchte ich Euch die KnitPro Cubics  in Rosenholzoptik  vorstellen. Diese Nadeln sind viereckig und liegen sehr gut in der Hand. Sie sind leicht biegsam. Es entsteht beim Stricken ein sehr gleichmäßiges Strickergebnis. Es gibt die Cubics in den Längen 20cm und 15cm in den Stärken 3,5 -8mm.

Relativ neu auf dem Markt sind die Prym Ergonomics. Ich hatte in einigen Beiträgen über diese Nadeln gelesen und in allen Beiträgen wurde sie nur in den höchsten Tönen gelobt. Auch wenn ich am liebsten mit Holz oder Bambus arbeite wollte ich diese Nadeln testen und bin ohne Vorurteile ans Testen gegangen. Die Begeisterung der anderen Stricker*innen kann ich leider nicht ganz teilen. Ich sage Euch gerne warum:

Die Nadeln sind aus weißem Kunststoff und liegen erst mal gut in der Hand. Durch das helle Material kommen die Farben der Wolle gut zur Geltung. Die Spitzen sind tropfenförmig geformt und sollen das Einstechen und Stricken erleichtern. Ich konnte hier keine große Verbesserung zu anderen Spitzen feststellen.

Die Markierung in der Mitte der Nadel ist nur aufgedruckt und löst sich recht schnell wieder ab. Gerade wenn man sich die Hände eincremt scheint das die Farbe nicht gut zu vertragen.

Was mich aber am meisten an den Nadeln gestört hat war die extreme Biegsamkeit.

Das wird auf dem Bild deutlich: Ich habe drei Nadeln soweit gebogen wie sie sich biegen lassen ohne zu brechen.

Im Vergleich:Holznadel, Bambus und die Prym Ergonomic. Ich mag es wenn sich die Bambus- und Holznadeln in der Hand etwas biegen. Bei der Prym Ergonomics finde ich die Biegsamkeit aber sehr extrem.

Zum Schluss möchte  ich Euch noch die addiCraSyTrio vorstellen. Auch diese Nadel ist noch nicht so lange auf dem Markt. Die Nadeln sind von einem deutschen Hersteller und sehr gut verarbeitet. Neu ist das hier nur mit 3 Nadeln gestrickt wird. Die Maschen liegen auf 2 Nadeln und mit der dritten wird gestrickt. Dies ist für alle, die sich mit dem 5er Nadelspiel schwer tun eine enorme Erleichterung. Die Nadeln sind 21 cm lang und in der Mitte flexibel. Durch die Biegung in der Mitte rutschen die Maschen nicht von der Nadel und es entsteht von alleine eine Runde. Die Nadel hat eine Länge von 8,5 cm. Für alle, die die Nadel ehr im Vorderbereich festhalten ist das kein Problem.

Für mich war die Umstellung auf diese kurzen Nadeln etwas gewöhnungsbedürftig weil ich die Nadel gerne noch mit dem kleinen Finger festhalte, diese kurzen Nadeln hinten aber leider nicht greifen kann. (siehe Bild mit Pfeil)

Die addiCraSyTrio hat zwei unterschiedliche Spitzen: eine Basic und eine Lace-Spitze. Diese Nadeln gibt es in den Stärken 2 – 5 mm und es lohnt sich, sie einmal auszuprobieren. Es gibt Stricker*innen die mit keinen anderen Nadeln mehr stricken wollen. 🙂