Sommerponcho

Bei Facebook gibt es eine Gruppe die sich Sonderbobbel nennt. In dieser Gruppe bieten Wicklerinnen und ein Wickler schöne Bobbel an. Wie der Name der Gruppe schon sagt sind es Sonderbobbel. Einzelstücke, die extra für diese Gruppe gewickelt werden und in der Regel nicht nachgewickelt werden.

Zu Gunsten einer Wicklerkollegin, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten hatte, hatten sich einige ihrer Wicklerkolleginnen zusammengetan und Sonderbobbel gewickelt, die dann von Anfang bis Ende Juli unter „Sonderbobbel für Tina“ ersteigert werden konnten.

Ich hatte das große Glück und diesen schönen Bobbel von Ines Gaiser (Mausibengels) erstanden. Nach der Überweisung war der Bobbel dann auch ruck-zuck bei mir.

Gleich nach dem Auspacken hatte mich der Bobbel so in seinem Bann gezogen, das ich alle anderen Handarbeitsprojekte links liegen gelassen habe und nur noch mit diesem Garn arbeiten wollte. Ich hatte mir gedacht ein schönes sommerliches Dreieckstuch aus diesem Garn wäre was feines und mich auch schon auf ein schönes neues Sommertuch gefreut.

Also schnell die Häkelnadel geschnappt und losgelegt.

Aber ich hatte meine Anfangsschwierigkeiten: drei verschiedene Muster habe ich angefangen und dreimal habe ich das Häkelstück wieder aufgeribbelt weil es mir nicht gefiel. Die Muster sind alle drei sehr schön nur mit dem Garn kam ich nicht so gut zu recht. Ich hätte das Garn mit einer 3er oder 3,5er Häkelnadel verarbeiten müssen. Ich weiß nicht woran es lag aber an dem Tag war mir das Garn einfach zu dünn.

Nach kurzer Frustration kam die passende Lösung: ich hatte noch einige Knaule mit weißem Garn liegen und warum nicht beide zusammen verarbeiten? Also wurde aus dem dreifädigem Bobbel mit meinem weißen Garn ein Vierfädiger der dann mit einer Nadelstärke 5 verarbeitet werden konnte.

Ich brauchte nicht lange überlegen was ich aus dem Garn machen wollte. In dem Heft Häkeln for you Ausgabe Nr.3/2017 ist eine tolle Anleitung von RACHEL SØGAARD.

Sie hat einen tollen Poncho entworfen den sie „Gerbera“ nennt und das passt gut, den das Motiv erinnert an eine Blüte. Ich habe mich genau an ihre Anleitung gehalten, da ich aber mit Nadelstärke 5 gearbeitet habe und sie in ihrer Anleitung Nadelstärke 3,5 vorgibt, war meine Arbeit natürlich gröber und größer als es in ihrer Anleitung vorgesehen ist.

Nachdem ich schon fleißig am häkeln gewesen bin, wurde mir leider klar das ich mit dem Bobbel nicht auskommen würden. So etwas passiert mir zum Glück nur sehr selten. Wenn ich mich mit dem Materialverbrauch verschätze, habe ich meist hinterher noch was übrig.

Wenn das Material nicht reicht fängt man aber echt an zu schwitzen und überlegt was da noch zu machen ist. Nachdem ich Ines Gaiser angeschrieben habe ob es eventuell möglich wäre den Sonderbobbel nochmal nachzuarbeiten kam die rettende Antwort: Ich konnte nochmal einen kleinen Bobbel von 600 Metern nachbestellen. Der war dann auch wieder superschnell bei mir zu Hause.

Von den 600 Metern habe ich dann auch 500 noch gebraucht um meinen Sommerponcho fertig zu stellen. Durch die größere Nadelstärke und das dickere Material  habe ich die letzten vier Runden, die in der Anleitung vorgegeben waren, nicht mehr arbeiten müssen. Ich hatte vorher schon eine gute Größe erreicht. Das Muster ist wirklich sehr schön und sieht auch mit meinem bunten Garn gut aus. (in der Anleitung wird ein einfarbiges Garn vorgeschlagen)

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Werk und den Tragetest hat mein Poncho auch schon mit sehr gut bestanden. Ich bin am überlegen ob ich mir den Poncho nochmal mit einem dünnerem Garn mache.

Das Muster eignet sich auch für kleine Kissen oder wenn man richtig dickes Material verwendet kann ich mir das Muster auch gut als Teppich vorstellen.

Der Berg mit Schals wächst….. Weltrekordversuch Teil 4

Hier mal wieder ein kleiner Zwischenbericht was unser Weltrekordversuch angeht:

Die Gruppengröße ist seit Februar leider auf 432 Mitglieder/innen geschrumpft. Die noch dabeigeblieben sind, sind fleißig am häkeln und so haben wir zur Zeit einen Zwischenstand von 379 Metern an fertigen Schals.

In der Gruppe ist abgestimmt worden das wir die Aktion verlängern wollen, so ist der Termin von September 2017 auf März 2018 verlegt worden. Das gibt denen, die jetzt im Sommer nicht so viel Zeit zum Häkeln haben, weil sie mit dem Garten etc. so viel zu tun haben, im Herbst und Winter noch die Möglichkeit Aktion zu machen.

Wie bereits schon geschrieben, hatte Sandra am Anfang eine Schalbreite von 15 cm vorgegeben und noch bevor das endgültige o.k. vom GWR kam, hatten einige schon fleißig drauflosgehäkelt. Wir hatten darum schon einen ganzen Schwung fertigen Schals mit einer zu schmalen Breite, die wir nicht mit in die Wertung für den Weltrekordversuch nehmen konnten. Damit diese Meter  für die Wertung nicht verlorengehen hatte ich mich bereit erklärt diese Schals nochmal in die Hand zu nehmen und zu verbreitern.

Als dann zwei große Karton mit insgesamt 52 Schals ankamen ist mir erst klar geworden welche Arbeit ich mir da aufgeladen habe. Nach dem ersten Sichten und sortieren hab ich mich an die Arbeit gemacht, immer mal zwischendurch einen Schal nach dem Anderen zu verbreitern.

Es ist schon interessant wie sich ein Schal in seinem Aussehen verändert nur weil er einen neuen Rand bekommt. Auf dem Bild seht ihr meine ersten 23 Meter „geretteter“ Schals.

Eine Blumenwiese für den Hals

Normalerweise sind meine Werke immer individuelle Einzelstücke. Bei diesem Tuch habe ich mal eine Ausnahme gemacht und auf Wunsch eine Kopie des Originals angefertigt. Ich hatte mir Anfang 2012 ein grünes Tuch gestrickt und mit Blüten verziert. Das hat einer Bekannten so gut gefallen, das sie mich gefragt hat ob ich ihr nicht auch so ein Tuch machen kann.

Ich habe mich erst mal auf die Suche gemacht ob ich das gleiche oder zumindest ähnliches Material bekomme. Bei dem Baumwollgarn für die Blüten und den Knöpfen für die Blütenmitte war das kein Problem. Bei dem Satinband mit dem das Tuch eingefasst ist, hatte ich das Glück noch ein Stückchen Futterstoff in der Farbe zu haben. Bei dem Garn wurde es schon schwieriger. Nach längerem Suchen habe ich dann ein Garn gefunden, welches dem von meinem Tuch ähnelt und konnte mit dem Stricken loslegen. Ich habe das Dreieckstuch ganz einfach glatt rechts gestrickt. Es hat eine Breite von 123 cm und ist an der breitesten Stelle 60 cm breit. Das Tuch ist dann am Rand etwa 0,5 cm breit mit einem farblich passenden Schrägband aus Futterstoff eingefasst worden.

Bei der Breite ist es nicht möglich die Enden des Tuches zu verknoten, darum sind an der Seite des Tuches kleine Druckknöpfe angebracht und die Enden könnten dann festgeknipst werden. Insgesamt sind 20 gehäkelte Blüten aus Baumwollgarn auf dem Tuch verteilt. Die Blüten haben einen Durchmesser von ca. 2,5 cm und haben als Blütenmitte einen kleinen farbig passenden Knopf. Alleine für das Annähen der Blüten und Knöpfe habe ich über eine Stunde gebraucht.

Die ganze Sucherei nach der Wolle und die Arbeit haben sich gelohnt, den meine Bekannte ist begeistert von ihrem neuen Tuch. Es werden zwar erst wieder kältere Tage kommen damit es ausgeführt wird (es ist wirklich sehr kuschelig warm) aber die Vorfreude ist jetzt schon da.

Sommertasche aus Papiergarn

Ich habe in meiner Handarbeitslaufbahn schon mit den unterschiedlichsten Materialien gearbeitet. Am liebsten arbeite ich mit einem Garn das weich ist und eine gleichmäßige Stärke hat. Das ist für die Hände am angenehmsten. Aber hin und wieder probiere ich auch gerne mal etwas neues aus, so sind in den letzten Jahren auch Arbeiten aus Sisalschnur, Geschenkeinkräuselband oder dünnen Kabeln entstanden.

Als ich im Geschäft Garn aus 100% Papier entdeckt habe bin ich gleich neugierig geworden wie sich dieses Material wohl verarbeiten lässt.  Für Kleidungsstücke ist dieses Material ehr nicht geeignet. Aber für Sommerhüte, Taschen oder Utensilos kann man es ganz gut nehmen.

Ich habe mir aus dem Papiergarn eine kleine Sommertasche in einfachen festen Maschen gehäkelt. Das Model ist sehr einfach und schnell nachzuarbeiten. Donna Wolfe hat auf ihrer Seite Naztazia.com ein sehr ähnliches Model und sich die Mühe gemacht dazu ein Anleitungsvideo zu erstellen.

Ich habe zwischen den Griffen 50 Maschen und in jeder Farbe immer abwechselnd 2 Reihen gehäkelt. Gearbeitete mit Nadelstärke 6. Die Tasche ist ca. 24 cm breit und 29 cm hoch geworden und wie man sieht passt das Strickzeug gut rein. Ich fand es ganz angenehm dieses Material zu verarbeiten. In diesem Punkt hat das Creative Paper von Rico Design schon mal einen guten Eindruck gemacht. Laut Hersteller ist das Garn auch per Hand waschbar.

Ich habe noch drei Häkelblüten und Blätter angenäht und dann ging es mit meiner neuen Tasche an den Strand – relaxen und stricken in der Sonne. (und natürlich Bilder machen!)

Im Praxistest am Strand hat sie dann leider nicht so gut abgeschnitten, im Häkelstück blieb eine Menge Sand kleben. Sie wird mich den kommenden Sommer trotzdem recht häufig begleiten dürfen – ich bin ja nicht immer nur am Strand unterwegs. 😉

 

Wind, Wellen und Meer….

Mein Virustuch ist zur Zeit mein absolutes Lieblingsstück. Gerade in den letzten Tagen, in denen es hier am Steinhuder Meer doch immer mal wieder recht windig, trübe und regnerisch war, hat es mir bei meinen Spaziergängen gute Dienste geleistet. Bei einer Länge von 188 cm und einer Breite von 85 cm ist es so groß, das ich mich schön reinkuscheln kann. In dieser Farbkombination erinnern mich die Bögen des Musters etwas an Wellen.

Wolle: 50% Baby Alpaca, 25% Merino und 25% Angora  gearbeitet mit Nadelstärke 3