Bevor es mit dem Stricken losgehen kann….

 

Wer schöne Socken stricken möchte braucht zum einen die Kenntnisse wie Socken gestrickt werden aber auch das passende Material und Werkzeug.

Fangen wir mit dem Material an. Der Handel bietet mittlerweile eine große Auswahl an Sockenwolle an. Sockenwolle ist in den meisten Fällen aus 75% Wolle und 25% Polyamid, kann in der Waschmaschine gewaschen werden und ist filzfrei.

Bei Sommergarnen variiert der Wollanteil und es sind auch Baumwolle, Bambus,Viskose oder Leinen mit verarbeitet.

Sockenwolle gibt es in folgenden Stärken:

4fädig mit 420 Metern pro 100g

6fädig mit 280 Metern pro 100g

8fädig mit 210 Metern pro 100g

Die Preise für Sockenwolle gehen weit auseinander. Bei Markenwolle zahlt man schon mal bis zu 10 Euro pro 100 Gramm Wolle. Anbieter wie Buttinette bieten ihre Wolle schon für 4-6 Euro an (einfarbiges Garn teilweise für 2.99 pro 100g). Die großen Discounter haben seit einigen Jahren ein bis zweimal im Jahr Angebote mit Wolle zu Schnäppchenpreisen von 5 Euro für 200g.

Wo ist nun der Unterschied zwischen der günstigen und der teuren Wolle?

Ich stricke seit über 20 Jahren Socken und habe in dieser Zeit alles an Material verarbeitet was mir so in die Finger gefallen ist. Ich konnte was die Haltbarkeit angeht keinen Unterschied feststellen. Socken aus günstigem Material halten bei mir genauso lange wie die aus dem teuren Markengarn.

Es gibt aber einige Unterschiede:

Bei den sehr günstigen Garnen kann es passieren das kleine Fremdteile mit in das Garn eingesponnen ist. Kleine Kunststoffteilchen, Späne oder Gras – hatte ich alles schon dabei. Das Garn ist meist spröder und der Faden ist nicht so gleichmäßig. Die günstigen Garne können sehr viel kratziger sein als die Markengarne.

Bei Markengarnen hat man meist eine größere Auswahl an Farben und Mustern, der Faden ist gleichmäßiger versponnen und ich habe in Markenwolle noch nie etwas im Faden gehabt was dort nicht hingehört. Auch ist die Anzahl der Knoten nicht so groß. Markenhersteller bieten eine größere Auswahl an Sommergarnen. Ich arbeite lieber mit Markengarnen weil sie meiner Meinung nach die größere und schönere Farbauswahl haben.

Als ich mit 18 Jahren das Sockenstricken lernen wollte gab es keine große Auswahl an Nadeln und auch kein YouTube mit Anleitungsvideos. Da ich die Anleitungen in Büchern nicht so verständlich fand, bat ich meine Großmutter mir das Sockenstricken beizubringen. Damals hatte ich nur die klassischen Metallnadeln in 20cm länge und musste lernen damit umzugehen.

Ich kann mich noch gut an meine Anfänge erinnern. Das Gestrickte mit den vier Nadeln festzuhalten und mit der fünften zu arbeiten war gar nicht so leicht. Gerade der Anfang  war  immer eine Fummelei, nach drei-vier Reihen wurde es dann immer etwas besser. Strickt man zu locker kann es passieren das die Nadeln rausrutschen. Ich glaube ich brauchte so an die drei Paar Socken um mich an den Gebrauch mit den Nadeln zu gewöhnen.

Metallnadeln sind sehr robust und die glatte Oberfläche lässt die Maschen gut rutschen. Sie sind aber auch recht kühl und gerade die dickeren Stärken brauchen etwas um die Handwärme aufzunehmen.

Als die ersten Alternativen auf den Markt kamen habe ich als erstes die Bambusnadeln ausprobiert.

Bambusnadeln liegen gut in der Hand, sie nehmen schnell die Handwärme auf und sind leicht biegbar ohne das sie brechen. Die Spitze der Bambusnadel ist runder und weicher als man es von den Metallnadeln her kennt. Es gibt verschiedene Anbieter für Bambusnadeln und die Preise gehen hier sehr auseinander. Einige Firmen  bieten die Nadeln in 20er und 15er Länge. Ich arbeite seit Jahren gerne mit den einfachen Bambusnadelspielen die ich bei TEDi erworben habe. TEDI führt die Nadeln nicht immer aber wer Glück hat bekommt sie hier für einen Euro pro Nadelspiel (Größe 3-5 mm Länge 20cm). Bei dem Preis ist es auch nicht schlimm wenn mal eine Nadel kaputt oder verloren geht.

An dieser Stelle kurz etwas zu kaputten Nadeln aus Holz oder Bambus: Ich sehe in den Handarbeitsgruppen in denen ich aktiv bin immer wieder Bilder von zerstörten Nadeln. Ich stricke jetzt seit gut 10 Jahren mit Holz und Bambusnadeln und mir ist in der ganzen Zeit nur zweimal eine Nadel kaputt gegangen ( beide male war ich so blöd und habe mich aus versehen auf mein Strickzeug gesetzt) Wer beim Stricken nicht einen Panzergriff hat mach diese Nadeln eigentlich nicht kaputt 🙂

Von der Firma KnitPro gibt es zwei Arten von Nadelspielen die ich immer gerne weiterempfehle:

Da sind zum ersten die KnitPro Synfonie aus farbigem Holz. Die Oberfläche ist sehr glatt und die Nadeln sind recht spitz und damit auch für Lace-Strickerei gut geeignet.

Die Nadeln gibt es in der Länge 20 cm , 15 cm und 10cm  und  in den Nadestärken 3 – 8 mm

Ich bevorzuge zum Sockenstricken die 15er Länge. Wer ganz kleine Babysöckchen stricken will ist auch mit der 10er Nadel gut bedient. Für Größere Socken ist die 10er aber zu klein.

Als zweites möchte ich Euch die KnitPro Cubics  in Rosenholzoptik  vorstellen. Diese Nadeln sind viereckig und liegen sehr gut in der Hand. Sie sind leicht biegsam. Es entsteht beim Stricken ein sehr gleichmäßiges Strickergebnis. Es gibt die Cubics in den Längen 20cm und 15cm in den Stärken 3,5 -8mm.

Relativ neu auf dem Markt sind die Prym Ergonomics. Ich hatte in einigen Beiträgen über diese Nadeln gelesen und in allen Beiträgen wurde sie nur in den höchsten Tönen gelobt. Auch wenn ich am liebsten mit Holz oder Bambus arbeite wollte ich diese Nadeln testen und bin ohne Vorurteile ans Testen gegangen. Die Begeisterung der anderen Stricker*innen kann ich leider nicht ganz teilen. Ich sage Euch gerne warum:

Die Nadeln sind aus weißem Kunststoff und liegen erst mal gut in der Hand. Durch das helle Material kommen die Farben der Wolle gut zur Geltung. Die Spitzen sind tropfenförmig geformt und sollen das Einstechen und Stricken erleichtern. Ich konnte hier keine große Verbesserung zu anderen Spitzen feststellen.

Die Markierung in der Mitte der Nadel ist nur aufgedruckt und löst sich recht schnell wieder ab. Gerade wenn man sich die Hände eincremt scheint das die Farbe nicht gut zu vertragen.

Was mich aber am meisten an den Nadeln gestört hat war die extreme Biegsamkeit.

Das wird auf dem Bild deutlich: Ich habe drei Nadeln soweit gebogen wie sie sich biegen lassen ohne zu brechen.

Im Vergleich:Holznadel, Bambus und die Prym Ergonomic. Ich mag es wenn sich die Bambus- und Holznadeln in der Hand etwas biegen. Bei der Prym Ergonomics finde ich die Biegsamkeit aber sehr extrem.

Zum Schluss möchte  ich Euch noch die addiCraSyTrio vorstellen. Auch diese Nadel ist noch nicht so lange auf dem Markt. Die Nadeln sind von einem deutschen Hersteller und sehr gut verarbeitet. Neu ist das hier nur mit 3 Nadeln gestrickt wird. Die Maschen liegen auf 2 Nadeln und mit der dritten wird gestrickt. Dies ist für alle, die sich mit dem 5er Nadelspiel schwer tun eine enorme Erleichterung. Die Nadeln sind 21 cm lang und in der Mitte flexibel. Durch die Biegung in der Mitte rutschen die Maschen nicht von der Nadel und es entsteht von alleine eine Runde. Die Nadel hat eine Länge von 8,5 cm. Für alle, die die Nadel ehr im Vorderbereich festhalten ist das kein Problem.

Für mich war die Umstellung auf diese kurzen Nadeln etwas gewöhnungsbedürftig weil ich die Nadel gerne noch mit dem kleinen Finger festhalte, diese kurzen Nadeln hinten aber leider nicht greifen kann. (siehe Bild mit Pfeil)

Die addiCraSyTrio hat zwei unterschiedliche Spitzen: eine Basic und eine Lace-Spitze. Diese Nadeln gibt es in den Stärken 2 – 5 mm und es lohnt sich, sie einmal auszuprobieren. Es gibt Stricker*innen die mit keinen anderen Nadeln mehr stricken wollen. 🙂

 

 

 

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